Am Mittwoch 29.8.2012 im Fluc:
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In der Kubatur des Kabinetts

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In der Kubatur des Kabinetts

Mittwoch, 29.8. 21:00 // Club

mit Beiträgen von Francis Alÿs, Sean Dockray, Constant Dullaart, Goldin+Senneby, Michael Kargl, Egor Kraft, TraumaWien, Kristina Wilson - zusammengestellt von Birgit Rinagl und Franz Thalmair.

Der englischsprachige Begriff ”original copy” bezeichnet im Deutschen das Original, die Urschrift, ebenso wie er einen Widerspruch in sich trägt, der aus der Zusammensetzung der Wörter “original” und “copy” resultiert. Zum einen bezeichnet “original” zwar den Ursprung und damit die Echtheit eines Gedankens, eines Dokuments, eines Objekts oder eines Bildes, zum anderen schreibt “copy” derselben Quelle aber gleichzeitig eine Durchschrift ein und löst damit die Idee von Einzigartigkeit wieder auf. Als erste einer Serie von Fassungen unterschiedlich gedachter und geformter Materie, ist die “original copy” Grundlage und Modell für eine beliebig fortlaufende Anzahl von Vervielfältigungsmöglichkeiten. Die Resultate aus diesem Prozess zirkulieren in einer re-produktiven Endlosschleife und reichen mitunter weit über den Urtext oder das Urbild hinaus. In ihrem ambivalenten Selbstverständnis existieren “original copies” in den unterschiedlichsten Ausformungen und parallel zu ihrem Ausgangspunkt wie zueinander.

Das kuratorische Projekt “originalcopy” präsentiert künstlerische Arbeiten, die sich der widersprüchlichen Beziehung der beiden Begriffe “original” und “copy” sowie der jeweiligen Charakteristika dieses Gegensatzpaares bedienen. Im Zentrum der Recherche stehen künstlerische Handlungsfelder, die durch die vielfältigen Methoden der Reproduktion eine scheinbare Flexibilität von Kunstwerken provozieren. Die Dichotomie zwischen Original und Kopie, die wechselseitige Referenz von Vorlage auf Durchschrift und umgekehrt sowie das selbstreflexive Moment der Wiederholung werden im aktuellen künstlerischen, medialen und gesellschaftlichen Rahmen zur Diskussion gestellt. Das Projekt “originalcopy” ist als lose Reihe konzipiert und kann aufgrund seiner konzeptuellen wie materiellen Offenheit unterschiedliche Formate annehmen. Die methodische Freiheit im kuratorisch-editorischen Ansatz, die allen Ausgaben von “originalcopy” immanent ist, manifestiert sich in ihrer jeweiligen Präsentationsform.

Die erste Ausgabe von “originalcopy” ist eingebettet in die Veranstaltungsreihe “In der Kubatur des Kabinetts”, die von ihren BetreiberInnen als zeitbasierter Raum “für künstlerische Praxisformen jenseits ökonomischer Imperative” angelegt ist. Die performative Präsentationsform der im fluc am Praterstern in Wien gezeigten Arbeiten reflektiert die Existenzbedingungen des Club-, Musik- und Kunstlokals, dessen Räume permanent von situativer Umgestaltung und wechselnden BenutzerInnen geprägt sind. “originalcopy” nimmt dabei auf den für die Dauer eines Abends begrenzten Charakter des Kunstclubs “In der Kubatur des Kabinetts” Bezug, ebenso wie die unterschiedlichen Methoden des Wiederholens und Kopierens auf ihre Qualität hinsichtlich der Aneignung von Raum überprüft werden. “originalcopy” ist der Auftakt einer Recherche über die unterschiedlichen Modelle von “original copies” und über ihre vielfältigen Möglichkeiten im Kontext zeitgenössischer künstlerischer, medialer und gesellschaftlicher Voraussetzungen.

1020, Praterstern 5, Wien

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