Am Montag 6.2.2012 im Porgy & Bess:
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Lost & Found - Tun Sie etwas (II)

Montag, 6.2. 19:00 // Konzert

Götz Bury „Das Ende eines alten indianischen Mythos...denn Geld kann man sehr wohl essen!“ (Kochshow)
Kochmusikalische Assistenz:
Franz Hautzinger: quartertone trumpet
Renald Deppe: reeds
Bernhard Breuer: drums

Rede des ungarischen Dirigenten Ivan Fischer 2011 zum 9. November (Reichspogromnacht 1938): (...) Lesen Sie die Hetzartikel? Sehen Sie die ultranationalistischen, fremdenfeindlichen und antiziganistischen Bewegungen, die europaweit zunehmen? Dann bitte ich Sie, endlich zu begreifen, dass in Europa nicht in erster Linie der Euro in Gefahr ist, sondern die Toleranz. Tun Sie etwas! Grenzen Sie sich von denen ab, die sich mit den Hetzern Kompromisse schließen und erschaffen Sie obligatorische Normen, die die Freiheit der BürgerInnen Europas garantieren! (...)
In Aufarbeitung eines alten und wohlbekannten indianischen Mythos* demonstriert der Fernsehkoch Götz Bury die Vorteile des Verzehrs von zu Brot gebackenem Geld.
Denn Geld wird ja, wie es scheint, in absehbarer Zeit seinen Wert verloren haben. Aber es wird immer noch den herrlichsten Ballaststoff in Form von ägyptischer Baumwolle enthalten. Diese Tatsache ausnutzend verwandelt es sich nach gründlicher Wäsche, entgegen allen Weissagungen, in das herrlichste Landbrot, das in feinen Kostproben die anwesenden Gäste verwöhnt.
* Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss verschmutzt und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann. Seattle, indianischer Häuptling, (1786 - 1866)
Tun Sie etwas: Jeden ersten Montag im Monat widmet „Lost & Found“ jenen Anfängen, denen es stets zu wehren gilt. Gedacht wird an die vielen gewaltsamen Ausgrenzungen all jener selbsternannten (und manchmal auch mehrheitlich gewählten) Sitten-, Rassen-, Heimat- und Leistungswächter. Eingemahnt werden die schändlichen Vertreibungsstrategien all jener unheiligen Gralshüter, welche durch blutige Reinhaltungshysterien die von ihnen und ihresgleichen beanspruchten vermeintlichen Paradiese wertkonservieren wollen.
„Der Trauernde siegt.“ Vielleicht hilft gerade diese von Laozi beschworene Ein-, Um-, Weit- und Weltsicht: Durch mahnendes Eingedenken der sinnlosen Aggression und Gewalt faschistoider Gemeinsamkeiten ein (frühzeitiges) Ende zu bereiten. Tun Sie etwas! Zum Beispiel trauern. Jeden ersten MonatsMontag im Porgy & Bess. Herzlich Willkommen. (Renald Deppe)

Eintritt: Pay as you wish

P.S.:
Aber auch das sollte bitte (nicht nur) jeden ersten MonatsMontag möglich sein: Aus den Aufzeichnungen (1992-1993) eines Elias Canetti: Bauern im südindischen Karnataka:
»Nach monatelangen fruchtlosen Protesten versammelten sie sich jetzt vor dem Parlamentsgebäude und lachten zwei Stunden lang die Regierung aus. 2000 Polizisten schauten tatenlos zu.«

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Darryl Jones / Jean Paul Bourelly / Will Calhoun „Black Stone Raiders“ (USA)

Montag, 6.2. 20:30 // Konzert

Darryl Jones: bass
Jean Paul Bourelly: guitar
Will Calhoun: drums

Black Stone Raiders heißt eine neue Band der Superlative. Blues, Funk und Rock in selten gehörter Intensität, dafür stehen drei Ausnahmekünstler: Jean-Paul Bourelly gilt als einer der besten Gitarristen der Welt und trägt zudem das Erbe von Jimi Hendrix legitim weiter. Er ist auf dem Album "Amandla" von Miles Davis ebenso zu finden wie in Konzerten mit Elvin Jones, McCoy Tyner oder Pharoah Sanders. Er arbeitete mit den Rappern von D-Nice, spielte mit Dennis Chambers und Cindy Blackman, produzierte Alben für Cassandra Wilson. Als Bluesgitarrist wurde er in den USA und Japan mit Goldenen Schallplatten ausgezeichnet. Mit Darryl Jones kommt ein Rolling Stone in den Jazz Club! 1994 ersetzte er Bill Wyman bei der erfolgreichsten Rockband aller Zeiten. Zuvor arbeitete er für Sting, Miles Davis oder Peter Gabriel und ist seit 25 Jahren auf allen großen Bühnen der Welt präsent. Will Calhoun, der Grammy-dekorierte Drummer aus der Bronx, ist schon mehrmals von internationalen Fachzeitschriften zum weltbesten Schlagzeuger gewählt worden. Er ist Mitglied von Living Colour, arbeitete mit Mos Def, Tarja, Harry Belafonte, Jaco Pastorius, BB King, Wayne Shorter und Public Enemy. (Pressetext)

20€

1010, Riemergasse 11, Wien

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